
Ich erinnere mich an die ersten Bilder, die ich gemalt habe –
Herzen mit Gesichtern und Armen, bunte Pferde und zu große Sonnen in der Ecke eines Blattes.
An die Stille eines Zimmers,
in dem ein Pinsel lauter sprechen konnte als jedes Wort.
Manchmal Flucht und manchmal Heimkehr.
Ich saß schon als Kind stundenlang an meinem Schreibtisch und habe gemalt,
die Finger bunt bis zum Handgelenk.
Ich bin auf dem Land aufgewachsen, zwischen Tieren und Feldern
und bis heute möchte ich hier nicht weg.
Vielleicht sind die Tiere deshalb noch immer eins meiner liebsten Motive –
weil sie etwas in mir berühren, das still und gleichzeitig doch so lebendig ist.
Es gab immer wieder Zeiten, da lagen die Farben still.
Staub sammelte sich auf den Ideen,
die zu unwichtig schienen, um sie umzusetzen.
Doch irgendwann wurde das Bedürfnis, wieder zu malen,
lauter als die Routinen.
Heute stehe ich vor der Leinwand wie vor einem offenen Tor.
Ein Ort, an dem ich mich verlieren darf, um mich danach wiederzufinden.
Ich bin Psychologin und arbeite mit Menschen
und doch bleibt die Kunst ein Teil von mir.
Sie erinnert mich daran, dass Verstehen nicht immer über Sprache geht –
manchmal braucht es nur eine Fläche, ein Gefühl und einen Strich.
